Sonntag 5. Februar 2012
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Inhalt:

Presseaussendungen

„Superpraktikum für alle“

Schluss mit der Abzocke und der Ausbeutung


Fakten

Nach Schätzungen absolvieren in Österreich allein jährlich etwa 130.000 SchülerInnen in den Ferien ein Pflicht- oder fakultatives Praktikum bzw. einen Ferienjob. In den letzten Jahren sind Pflichtpraktika zunehmend in die Studienpläne der Hochschulen aufgenommen worden. Darüber hinaus werden Praktika immer mehr zur „Regel", wenn es für Schul- oder HochschulabsolventInnen darum geht, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Für viele hochqualifizierte MaturantInnen und AkademikerInnen in bestimmten Feldern (z.B. kreative und soziale Berufe, Medien, NGO´s) ist der Einstieg in den Arbeitsmarkt nur über ein oder sogar mehrere unbezahlte Praktika möglich.


Problem

Tausende Jugendliche und junge Erwachsene sind mit unsicheren Einkommenschancen konfrontiert, leisten viel Arbeit und bekommen dafür wenig bis keine Kohle und müssen sich mit fehlenden Plätzen für die zu absolvierenden Pflichtpraktika herumschlagen. Zudem mangelt es oftmals an der Qualität der Ausbildung, sowie an sozial- und arbeitsrechtlichem Schutz.

Viele PraktikantInnen müssen Hilfstätigkeiten übernehmen und erhalten dafür mitunter nicht einmal ein Entgelt oder lediglich ein „Taschengeld". Auch von einer adäquaten Betreuung seitens der PraktikumsanbieterInnen und einer angemessenen Vor- und Nachbereitung seitens der Bildungsinstitutionen kann keine Rede sein.

Unbezahlte Praktika gehören zu neuen Formen der Ausbeutung und Ausnutzung durch Unternehmen unter dem Mantel eines jungen, modernen Beschäftigungsverhältnisses. Tatsächlich handelt es sich um ein ausbeuterisches Arbeitsverhältnis, egal ob während der Ausbildung als Pflichtpraktika verordnet oder nach abgeschlossener Ausbildung zum Berufseinstieg ausgeübt.


Forderungen

SUPER Praktikum für alle!

6 Punkte für faire Arbeitsverhältnisse für junge Menschen

  1. Klare Definition von Praktika (Pflichtpraktikum während Ausbildung, Praktika nach der Ausbildung mit konkreten Inhalten)
  2. Schluss mit der „Generation Praktikum": Jugendliche, die eine Ausbildung abgeschlossen haben, sollen nicht mehr als PraktikantInnen angestellt werden, sondern in ein normales Arbeitsverhältnis kommen - Verbot unbezahlter Praktika nach einer erfolgreichen facheinschlägigen Ausbildung!
  3. Praktika während einer schulischen oder universitären Ausbildung (Pflichtpraktika) müssen gesetzlich geregelt werden - inklusive Mindeststandards (Pflichtversicherung, Mindestlohn). Daher braucht es ein Praktikumsgesetz für alle Pflichtpraktika!
  4. Volle arbeits- und sozialrechtliche Absicherung der PraktikantInnen
  5. Zuständigkeit der Bildungseinrichtungen für die Unterstützung, Begleitung und Beratung der PraktikantInnen vor, während und nach dem Praktikum:
    • Regelungen in den ausbildungsrechtlichen Vorschriften (Lehrpläne), wonach die vorgesehenen Praktika entsprechend vor- und nachbereitet werden
    • Verankerung arbeits- und sozialrechtlichen Grundwissens in Ausbildungsplänen der entsprechenden Bildungsformen
  6. Klare Regelungen für den Ersatz des Praktikums und Angebot von Ersatzmöglichkeiten an Bildungsinstitutionen, wenn kein Praktikumsplatz gefunden wird bzw. die arbeits- und sozialrechtlichen Mindeststandards vom Betrieb nicht eingehalten werden


Zukunftschancen statt ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse!



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