Grußbotschaft zum Hiroshima-Tag 2005
Vor 60 Jahren fielen den ersten (und hoffentlich) einzigen Einsätzen von Atomwaffen hunderttausende Menschenleben zum Opfer, bis heute leiden Menschen an den Folgen der Strahlenverseuchung. Der 60. Jahrestag des Abwurfs der Atombomben über Hiroshima erinnert eindrücklich an die Unmenschlichkeit des Krieges und das ungeheure Gefahrenpotenzial, das von den tausenden nuklearen Sprengköpfen in aller Welt ausgeht. Es ist daher den OrganisatorInnen des Hiroshima-Gedenktages nicht genug zu danken für ihr Engagement, die Erinnerung an diese Schrecknisse zu wahren.
Der Hiroshima-Tag ist als Gedenktag natürlich auch eine Mahnung, Ursachen und Hintergründe von Aufrüstung und Krieg zu hinterfragen, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt. Gerade heute hat die Frage des Auf- und Wettrüstens wieder traurige Aktualität. Die enorme Aufstockung der US-Militärbudgets und die Erforschung neuer Nuklearwaffen durch die Regierung Bush sind dabei wohl die bekanntesten Beispiele. Doch hinter Aufrüstung, Militärinterventionen und damit Krieg steht weit mehr als ein Land oder eine Regierung.
Gerade in Europa ist die Militarisierung eine höchst aktuelle Gefahr. Mit der in der EU-Verfassung festgeschriebenen Aufrüstungsverpflichtung, der Aufstellung von „Battle Groups“ für „schnelle Interventionen“, der Schaffung einer Rüstungsagentur zum Zwecke der gemeinsamen Aufrüstung und Stärkung der europäischen Waffenindustrie setzen die EU-Regierungen neue Maßstäbe in der Militarisierung der Europäischen Union. Der Zweck dieser Aufrüstungsaktivitäten ist da wie dort der gleiche: Es geht um die Durchsetzung von ökonomischen und strategischen Interessen der entwickelten kapitalistischen Länder, es geht um die Absicherung von Profiten auf Kosten der Menschen.
Der Hiroshima-Gedenktag ist ein guter Anlass, all diese Entwicklungen nicht nur zu hinterfragen, sondern sie entschieden zu bekämpfen. Denn nur wenn wir den Kampf gegen Aufrüstung und Militarismus verbinden mit dem Kampf für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung kann unsere Forderung, die unsere Bewegung seit Jahrzehnten prägt, erfüllt werden: Nie wieder Krieg!
Ludwig Dvořak
Verbandsvorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich
Link:
hiroshima.at







