SJ fordert politische Umsetzung des Frauenrechts auf Schwangerschaftsabbruch
Aus der Diskussion ging hervor, dass aktuell nicht das Wohl der Frau im Fokus steht - wie es etwa über Jahre hinweg im Krankenhaus Oberpullendorf durch den Titel "Sanfte Geburt" vermittelt wurde - sondern anscheinend vielmehr die Frau auf ihre Fähigkeit zu Gebären reduziert wird. Leonie Tanczer, Moderatorin der Diskussion und Stv. Verbandsvorsitzende der SJ argumentiert deshalb: "Es ist meine Entscheidung ob ich ein Kind will oder nicht. Genauso wie eine ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft gegeben ist, muss dies auch im Falle einer ungewollten Schwangerschaft Teil der medizinischen Grundversorgung sein - und das auch im Burgenland."
Problematisch finden es die AktivistInnen auch, dass es in Österreich, anders als in so gut wie allen westeuropäischen Ländern, keine Kostenübernahme von Verhütungsmitteln sowie Schwangerschaftsabbrüchen gibt. "Für uns als SJ ist deshalb klar, dass es nicht an der Umsetzbarkeit, sondern vielmehr am fehlenden politischen Willen liegt.", so Bezirksvorsitzender Michael Heindl. In selbe Horn stößt Dr. Christian Fiala, ärztlicher Leiter des Gynmed Ambulatoriums Wien: "Den burgenländischen PolitikerInnen fehlt anscheinend der Mut, den die Salzburger Landeshauptfrau Burgstaller damals aufbrachte."
Aus der Podiumsdiskussion ergehen deshalb 6 große Forderungspunkte: Die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruches muss auch im Burgenland gegeben sein und dies kann auch im Zuge der Etablierung von Frauengesundheitszentren umgesetzt werden. Weiters braucht es gesetzliche Maßnahmen, die den Schutz der Frauen vor religiös-fundamentalistischen AktivistInnen nach einem Abbruch gewährleisten, wie etwa Bannmeilen in Wien.
Außerdem muss Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein ermöglicht werden und es braucht eine Kostenübernahme von Verhütungsmitteln, um nicht länger finanzielle Möglichkeiten über diese Fragen entscheiden zu lassen. Dem ganzen zugrunde liegt aber auch, dass der Aufklärungsunterricht neu geregelt und von geschultem, externem Personal verpflichtend in allen Schulen stattfinden muss. Dies wurde besonders von Elisabeth Parzer vom Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch unterstützt.
All diese Forderungen stellt die SJ Oberpullendorf schon seit langer Zeit und fordert nun endlich Einsicht und Umsetzungen von Seiten der Politik. Die SJ wird sich bis zur Realisierung der erwähnten Punkte auch weiterhin lautstark durch gezielte Aktionen für ihre Forderungen einzusetzen.
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